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Projektübersicht
Hydrogeologische
Erkundung als wasserwirtschaftliche Aufgabe (Seitenanfang)
Die Hydrogeologische Erkundung (HGE) ist als Fortführung der
Hydrogeologischen Kartierung (HGK) unter geänderten
organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen konzipiert. Die Hydrogeolo-
gischen Karten haben sich seit Längerem bestens als Hilfsmittel bei der Bearbeitung
hydrogeologischer und wasserwirtschaftlicher Aufgabenstellungen
bewährt. Sie bilden die Basis für die Sicherung und planvolle, naturverträgliche
Bewirtschaftung der Grundwasservorkommen des Landes und für den übergebietlichen
Grundwasserschutz. Sie sind Arbeitsgrundlage für alle auf dem Grundwassersektor Tätigen,
u. a. Behörden, Planungsverbände, Wasserversorger und Ingenieurbüros.
Nachdem
die ergiebigen Porengrundwasserleiter des Landes bereits im Wesentlichen kartiert sind,
werden nun auch hydrogeologische Informationen über die Festgesteinsbereiche mit
kleineren quartären Talgrundwasserleitern zur Verfügung gestellt. Dies erfolgt durch die
HGE.
Die
detaillierte und vollständige Bearbeitung eines Grundwasservorkommens durch die HGK
erfordert einen hohen Bearbeitungsaufwand über einen längeren Zeitraum. Das Konzept der
HGE sieht dagegen vor, dass in kürzeren zeitlichen Abständen Teilprodukte
veröffentlicht werden. Dadurch wird eine hohe Aktualität der Produkte erreicht.
Die
erstellten thematischen Karten basieren auf zwischen den verschiedenen Behörden
abgestimmten, plausibilisierten und digital archivierten Grundlagendaten und sind damit in
Zukunft aktualisierbar. Da die Themen in
digitaler Form vorliegen, können sie mit Hilfe Geographischer Informationssysteme (GIS)
visualisiert und weiter bearbeitet werden.
Seitenanfang)
Das
Bearbeitungsgebiet der HGE Taubertal umfasst den gesamten Main-Tauber-Kreis mit einer
Fläche von rd. 1.304 km2 und 138.000 Einwohner (2002).

Übersichtskarte Bearbeitungsgebiet Taubertal |
Nach der naturräumlichen Gliederung gehören ca. 75 % der Kreisfläche
zum Tauberland und der Hohenloher Ebene, der Rest überwiegend zum Sandstein-Spessart und
Sandstein-Odenwald/Bauland. Die Geländehöhen liegen zwischen 127 m NN und 482 m NN.
Morphologisch ist das Tauberland eine weitgehend ebene Hochfläche mit tief
eingeschnittenen Flusstälern.

Digitales Geländemodell des Bearbeitungsgebiets |
Bei den Böden überwiegen Rendzinen (Tauberland) und Parabraunerden
(Odenwald/Spessart) mit einer durchschnittlichen Ertragszahl von 44. Ein Anteil von 59,3 %
der Kreisfläche wird landwirtschaftlich genutzt, wovon wiederum Ackerland (Gerste,
Winterweizen) einen Anteil von 85,6 % ausmacht. Die Viehdichte ist geringer als im
Landesdurchschnitt.
Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 7,4 oC (südliche und östliche Hochflächen) bis 9,8 oC (Taubertal), der mittlere
Jahresniederschlag etwa 600 bis 850 mm. Den wenigsten Niederschlag erhalten die
östlichen, im Regenschatten des Odenwald/Spessart gelegenen Gebiete des
Main-Tauber-Kreises.
Am niederschlagsreichsten ist der südliche Randbereich des Kreisgebiets.
Im Main-Tauber-Kreis werden ca. 10 Mio. m3/a Wasser für die öffentliche Wasserversorgung benötigt. Davon werden 8
Mio. m3/a über
Eigenwasserversorgungen der Gemeinden und Zweckverbände aus lokalen Grundwasservorkommen
gedeckt. Wasserschutzgebiete nehmen einschließlich
des Heilquellschutzgebiets von Bad Mergentheim 548 km2,
das sind 42 % der Kreisfläche, ein.
Zu den bedeutenden Grundwasserleitern im Gebiet der HGE
Taubertal gehören die Talkiese der Tauber
(Porengrundwasserleiter), der Obere Muschelkalk (Kluft-/Karstgrund-wasserleiter)
und der Buntsandstein (Kluftgrundwasserleiter). Aufgrund der z. T. geringen
Aufenthaltszeiten des Sickerwassers in der ungesättigten Zone und der meist großen
Grundwasserfließgeschwindigkeiten sind die Grundwasser- vorkommen nur unzureichend gegen
anthropogene Belastungen geschützt. Weit verbreitet sind hohe Gehalte von Nitrat, z. T. über dem Grenzwert der
Trinkwasserverordnung von 50 mg/l, sowie auffällig hohe Konzentrationen von
Pflanzenschutzmitteln als Folge einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung. Neben den
flächenhaft eingetragenen Schadstoffen gibt es auch lokale Grundwasserverunreinigungen
durch Schadensfälle und Altlasten. Das Schadstoffinventar umfasst u. a. Chlorierte
Kohlenwasserstoffe (CKW), Aromatische Kohlenwasserstoffe (AKW) und Polyzyklische
Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).
Zur Verbesserung der Grundwassersituation wurden in der
Vergangenheit bereits Modellprojekte durchgeführt (z. B. zum grundwasserschonenden
Landbau, Grundwassersanierungsmodell Tauber-Vorbach). Trotzdem ist als Ergebnis der
Erstbewertung der Grundwasservorkommen im Rahmen der
Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erwarten, dass im Main-Tauber-Kreis
größere Flächen als Risikogebiete eingestuft und Sanierungskonzepte erforderlich
werden. Daraus ergibt sich ein verstärkter Bedarf nach hydrogeologischen und
hydrologischen Hintergrundinformationen über das Gebiet. Ziel der HGE Taubertal ist es,
diese Daten zur Verfügung zu stellen.
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