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Hydrogeologische Gliederung/ Datengrundlage

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Hydrogeologische Gliederung / Datengrundlage



Definition Hydrogeologischer Bau (Seitenanfang)

Die Verbreitung von Grundwasserleitern und Grundwassergeringleitern im Untergrund und deren hydrogeologische Eigenschaften bilden den geologischen Rahmen für die regionale Verfügbarkeit von Grundwasser. Sie werden unter dem Begriff „Hydrogeologischer Bau“ zusammengefasst und mit Hilfe eines hydrogeologischen Strukturmodells beschrieben. Das hydrogeologische Strukturmodell für den Main-Tauber-Kreis ist Gegenstand der vorliegenden Ausarbeitung.

Bausteine des hydrogeologischen Strukturmodells sind die hydrogeologischen Einheiten. Als hydrogeologische Einheit wird nach der HYDROGEOLOGISCHEN KARTIERANLEITUNG (1997) "ein Gesteinskörper bezeichnet, der aufgrund seiner Petrographie, Textur oder Struktur im Rahmen einer festgelegten Bandbreite einheitliche hydrogeologische Eigenschaften aufweist und durch Schichtgrenzen, Fazies grenzen, Erosionsränder oder Störungen begrenzt ist. Die Bandbreite, innerhalb der ein Gesteinskörper als homogen betrachtet wird, ist in starkem Maße vom Bearbeitungs- und Darstellungsmaßstab abhängig".

Für die Festlegung der hydrogeologischen Einheiten für das HGE-Gebiet wurde die Gesteinsfolge nach hydrogeologischen Gesichtspunkten gegliedert. Kriterium für die Abgrenzung ist in erster Linie die Lithofazies, die sowohl hydraulische als auch geochemische Eigenschaften der Gesteine einschließt.

Um die räumlichen Lagerungsverhältnisse der hydrogeologischen Einheiten abzubilden, werden verschiedene Projektionen verwendet, da ein 3D-GIS bisher nicht verfügbar ist. Dazu gehören Schichtlagerungskarten für die hydrogeologisch relevanten Grenzflächen (Aquiferbasis, Aquiferdeck- fläche), hydrogeologische Schnitte und Karten der Verbreitung der hydrogeologischen Einheiten im Grundriss und an der Erdoberfläche.  

Die Eigenschaften der verschiedenen hydrogeologischen Einheiten sind in Form von Texten und Tabellen beschrieben.


Hydrogeologische Gliederung (Seitenanfang)

Die hydrogeologischen Verhältnisse im Main-Tauber-Kreis sind durch den schichtigen Aufbau des Untergrunds und den mehrfachen Wechsel von grundwasserleitenden und grundwassergeringleitenden Gesteinen geprägt. Dadurch sind mehrere Grundwasserstockwerke und oft eine schichtgebundene Grundwasserführung ausgebildet. Beteiligt sind die Gesteine des Buntsandsteins, des Muschelkalks und des Keupers, die bereichsweise von jungen, quartären Talfüllungen und meist geringmächtigen quartären Lockergesteinen (z. B. Löss und Lösslehm) überdeckt sind. Paläozoikum und Kristallin bilden die Basis der mesozoischen Gesteine.

In Anlehnung an die HYDROGEOLOGISCHEN EINHEITEN IN BADEN-WÜRTTEMBERG (2002) lässt sich für das Bearbeitungsgebiet folgende Gliederung angeben:

   Quartäre Überlagerung des Festgesteins

  • Deckschichten
  • Jungquartäre Flusskiese und -sande


    Festgestein

  • Unterkeuper
  • Oberer Muschelkalk
  • Unterer Muschelkalk
  • Oberer Buntsandstein
  • Mittlerer und Unterer Buntsandstein
  • Paläozoikum, Kristallin (im Main-Tauber-Kreis nicht an der Geländeoberfläche    
    anstehend)

Die Gesteine, die diese hydrogeologischen Großeinheiten aufbauen, bestehen z. T. wiederum selbst
aus einer Wechselfolge von grundwasserleitenden und -geringleitenden Schichten, die eine weitere vertikale Differenzierung bewirken (Tabelle).

Tabelle: Stratigraphie, Petrographie und Hydrogeologie der Gesteine im Main-Tauber-Kreis (Seitenanfang)
                                                                                                                                   (Hydrogeologische Einheiten)

Stratigraphie Petrographie Hydrogeologie
Quartär (q) Lösssedimente (los) Schluff, feinsandiger
Schluff, Lehm
Überwiegend geringdurchlässige
Deckschichten
Auensedimente (h) Lehm, Mergel, z. T. mit Sand und Ton,
mehr oder weniger humos; durch
starke Bioturbation ursprüngliche Fein-
schichtung meist aufgelöst; häufig
0,5 - ca. 2 m mächtig
Massenverlage-
rungsbildungen (qmv)
Ton und Schluff mit Sand, Kies und
Steinen
Bach- und Flussbettsedimente (qg) Kies, Sand und Steine, in Nebentälern überwiegend lehmig, lokal mit Torflagen und -linsen; meist < 10 m mächtig Porengrundwasserleiter (in den Haupttälern, insbes. im Taubertal), in
den Nebentälern meist Grundwasser- geringleiter; Grundwasserzufluss überwiegend aus den angrenzenden Festgesteinen und den oberirdischen Fließgewässern; technische Ergiebigkeiten 1 - 35 l/s
Schichtlücke
Unterkeuper (ku)   Wechselfolge von Karbonat- gestein (Kalk-, Dolomitstein), Sand-, Mergel- und Tonstein; 25 - 35 m mächtig, meist teilweise erodiert Wechsel von Kluftgrundwasserleitern (Sandstein-, Kalkstein- und Dolomitsteinbänke) und Grund- wassergeringleitern (Ton-, Mergelstein); Entwässerung überwiegend über gering ergiebige, z. T. nur episodisch schüttende Quellen (Q = 0,2 - 3 l/s)
Oberer Muschelkalk (mo) Obere Hauptmuschelkalk-
Formation (mo2)
Kalkstein mit überwiegend geringmächtigen Tonstein- und Tonmergelsteinlagen (insb. Haßmersheim-Schichten); ca. 70 - 90 m mächtig Kluft- und Karstgrundwasserleiter, bereichsweise schichtig gegliedert, regional verkarstet; bereichsweise Schichtwasserführung; geringes Speicher- und Retentionsvermögen; Abstandsgeschwindigkeiten 20 - 400 m/h; Quellschüttungen 2 - 10 l/s, vereinzelt bis 80 l/s, nach starken Niederschlägen bis 1000 l/s
Untere Hauptmuschelkalk-
Formation (mo1)
Mittlerer Muschelkalk (mm) Obere Dolomit-Formation (mmDo) Dolomitstein, dolomitischer Kalkstein und Mergelstein; 10 bis 20 m mächtig  
Salinar-Formation (mmS) Unausgelaugt: Steinsalz, Sulfatgestein, bis 50 m mächtig; ausgelaugt: Rückstandston: 15 - 30 m mächtig Überwiegend Grundwassergeringleiter
Geislingen-Formation (mmG) Dolomitischer Kalkstein und Kalkmergelstein; < 10 m mächtig lokal Kluft- und Karstgrund-wasserleiter
Unterer Muschelkalk (mu)   Mikritischer Kalkstein (Wellenkalk), dolomitischer Mergelstein, Tonstein, Mergelkalkstein und poröser bioklastischer Kalkstein (Schaumkalk); 84 -90 m mächtig Kluft- und Karstgrundwasserleiter (Wellenkalk, Schaumkalk), abschnittsweise Grundwasser- geringleiter (Mergelstein)
Oberer Buntsandstein (so) Rötton-Formation (sot) überwiegend Tonstein und Mergelstein, schluffig, sandig; rd. 30 m mächtig Grundwassergeringleiter
Plattensandstein-Formation (sos) Sandstein, plattig, z. T. hart mit kieseligem Bindemittel (Rötquarzit, 5 – 10 m mächtig), z. T. mürbe mit tonigem Bindemittel, oben mit mächtigen, unten mit geringmächtigen Tonsteinlagen; ca. 50 m mächtig

Rötquarzit: Kluftgrundwasserleiter mit schwebendem Grundwasser, geringe Wasserführung

Unterer Abschnitt der Plattensand- stein-Formation, Mittlerer und Unterer Buntsandstein: Kluftgrundwasserleiter; erhöhte Grundwasserführung im Bereich von Auflockerungszonen (tektonische Störungen, Täler) sowie Schichtlagerungsmulden;   Brunnenergiebigkeiten  meist zwischen 10 - 20 l/s; Quellschüttungen bis etwa 50 l/s; im Bereich von Bad Mergentheim Mineralwasserführend

Mittlerer  und Unterer Buntsandstein (sm, su)   Feinsandstein und Mittelsandstein, z. T. verkieselt; abschnittsweise Wechselfolge von Sand-, Schluff- und Tonstein, Mittel- und Grobsandsteineinschal-tungen, z. T. geröllführend, dickbankig; 450 - 500 m mächtig
Zechstein (z)   überwiegend Tonstein mit Dolomit- und Sandsteineinschaltungen; ca. 75 –100 m * Grundwassergeringleiter
Rotliegendes (r)   Mittel- bis Grobsandstein,  Arkosen, teilweise konglomeratisch, mit Tonsteineinschaltungen; ca. 290 m
Schichtlücke

Schwach metamorphes Unterkarbon (cu) oder Devon (d)

bzw. Ordovizium (o)°

 

Tonschiefer und Kalkstein; > 90 m *

 


Tonschiefer, Quarzitschiefer ; > 48 m°

Grundwassergeringleiter
Schichtlücke
Kristallines Grundgebirge (g)   Granit, Gneis Grundwassergeringleiter


 
Erläuterungen:

Spalte Stratigraphie Kürzel nach Symbolschlüssel Geologie des LGRB

Spalte Hydrogeologie weiß: Grundwasserleiter
grau: Grundwassergeringleiter

*   Mächtigkeitsangaben nach den Schichtenverzeichnissen zur Tiefbohrung Paulsquelle in Bad Mergentheim und zur Tiefbohrung Ingelfingen (Hohenlohekreis)

° Mächtigkeiten nach dem Schichtenverzeichnis zur Tiefbohrung Boxberg (Unterkarbon oder Devon sind nicht vorhanden)

 

 

Datengrundlage - Belegpunkttabelle (Seitenanfang)

Die Belegpunkttabelle enthält folgende Informationen:

Erläuterung der Tabellenspalten
TK25 Nummer der amtlichen topographischen Karte 1:25.000
LGRB-Nr. LGRB-Archiv-Nummer; eindeutige Nummer des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg
GW-Nr. Grundwasser-Nummer; eindeutige Nummer der Wasserwirtschaftsverwaltung
Name Bezeichnung des Bohraufschlusses
Rechts- / Hochwert Gauß-Krüger-Koordinaten des Bohraufschlusses
Ansatzhöhe Geländehöhe im Ansatzbereich des Bohraufschlusses
[m NN]; Bezugshöhe für die Schichtbeschreibung
Endteufe Tiefe der Bohrung [m]
Basis ku Niveau der Untergrenze des Unterkeuper in der jeweiligen Bohrung [m NN]
Basis mo Niveau der Untergrenze des Oberen Muschelkalks in der jeweiligen Bohrung [m NN]
Basis mm Niveau der Untergrenze des Mittleren Muschelkalks in der jeweiligen Bohrung [m NN]
Basis mu Niveau der Untergrenze des Unteren Muschelkalks in der jeweiligen Bohrung [m NN]
Basis so Niveau der Untergrenze des Oberen Buntsandsteins in der jeweiligen Bohrung [m NN]