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Hydrogeologische Einheiten
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Karten

Abgedeckte Hydrogeologische Karte

Quartaere Ueberlagerung des Festgesteins

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  Quartäre Überlagerung des Festgesteins
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Übersicht (Seitenanfang)

In den Erläuterungen zur Einheit sind die Eigenschaften der hydrogeologischen Einheiten des HGE-Gebiets beschrieben. Die Aussagen zur Hydrogeologie basieren auf den bisher vorliegenden Erkenntnissen, die z. T. nur als landesweite Übersichten gewonnen wurden. Im Zuge der weiteren Bearbeitung der HGE-Taubertal sind u. a. bezüglich der Grundwaserleiterkennwerte weitere gebietsspezifische Auswertungen geplant, für die jedoch noch eine Erhebung von Grundlagendaten
(z. B. zu Pumpversuchen und Markierungsversuchen) erforderlich ist. Eine kompakte Übersicht über die hydrogeologische Gliederung im Untersuchungsgebiet gibt die Tabelle Stratigraphie, Petrographie und Hydrologie der Gesteine.

Hydrogeologische Einheit Erläuterungen
zur Einheit
Karten
Datensätze
(formale
Beschreibung)

Quartäre Deckschichten

Text Verbreitung Verbreitung

Jungquartäre Flusskiese
und -sande

Text  

 

Unterkeuper Text Verbreitung
Schichtlagerung
Verbreitung
Isolinien Schichtlag.
Belegpunkte
Hilfspunkte
Oberer Muschelkalk Text Verbreitung
Schichtlagerung
Verbreitung
Isolinien Schichtlag.
Belegpunkte
Hilfspunkte
Mittlerer Muschelkalk Text Verbreitung Verbreitung
Unterer Muschelkalk Text Verbreitung
Schichtlagerung
Verbreitung
Isolinien Schichtlag.
Belegpunkte
Hilfspunkte
Oberer Buntsandstein Text Verbreitung Verbreitung
Hilfspunkte
Mittlerer und unterer
Buntsandstein
Text Verbreitung Verbreitung
Paläozoikum, Kristallin Text    

                                                                                                              

Quartäre Deckschichten (Übersicht)

Geologie: Deckschichten, d. h. geringdurchlässige bindige Lockergesteine, die die grundwasserführenden Gesteine überlagern und eine gewisse Schutzfunktion gegen das Eindringen von Schadstoffen in den Untergrund ausüben, sind im Main-Tauber-Kreis in erster Linie die Lösssedimente (Löss und Lösslehm), die lehmigen Bach- und Flussablagerungen in den Nebentälern und die Massenverlagerungsbildungen (Hangschutt, Rutschungsbildungen, Sturzbildungen). Die Flugsande, die ebenfalls den Deckschichten zugerechnet werden, bestehen überwiegend aus Feinsand. Sie sind flächenmäßig nur gering verbreitet.

Die Karte "Quartäre Überlagerung des Festgesteins"  zeigt die quartären Überlagerungen des Festgesteins, im Ausstrich des Festgesteins die Deckschichten, in den Haupttälern die quartären Flusskiese und -sande. Diese werden wiederum in weiten Teilen durch Auensedimente überlagert. Diese sind jedoch in der Karte nicht dargestellt.

Löss und Lösslehm sind originär äolisch abgelagerte Sedimente. Der Löss besteht vorwiegend aus (Grob-)Schluff, ist meist stark kalkhaltig, porös, ungeschichtet und besitzt einen Sandgehalt von < 20 Masse-%. Bei einem Sandgehalt von 50 - 75 Masse-% und einem deutlichen Schluffanteil wird das Gestein als Lösssand bezeichnet. Durch die Verwitterung des Löss während des Pleistozäns entstand bereichsweise Lösslehm, ein gelbbraunes bis braunes Gestein, z. T. mit Kalkkonkretionen (Lösskindl). Dabei wurde das Ausgangssediment häufig durch kryogene Umlagerungsvorgänge (Kryoturbation, Solifluktion) überprägt und ist dadurch z. T. mit aufgearbeitetem Liegendmaterial vermengt, vor allem an der Basis (früher häufig als Decklehm bezeichnet; Lokalausprägung: Filderlehm). Primäre Lösslehme sind eher selten und vor allem auf die unmittelbaren Randbereiche der Lössbecken beschränkt. Die Mächtigkeit der Löss- und Lösslehmsedimente erreicht im Main-Tauber-Kreis einige Meter.

Die Talablagerungen in den kleineren Nebentälern weisen eine ähnliche Zusammensetzung wie die in den Haupttälern (s. u.) auf, sind jedoch geringer mächtig (meist einige Meter) und besitzen einen deutlich größeren Anteil an bindigem Material (Schluff, Ton). Die Zusammensetzung der Komponenten variiert mit den im Liefergebiet anstehenden Gesteinen.

Zu den Massenverlagerungsbildungen gehören als wichtigste der Hangschutt und die Rutschmassen. Es handelt sich um Akkumulationen von Gesteinsmassen, die durch schwerkraft-induzierte Kriech-, Gleit- und Sturzvorgänge an Hängen entstanden sind. Hangschutt besteht aus meist steinigen, mehr oder weniger lehmigen Lockergesteinen, die auch andere Umlagerungssedimente enthalten können (z. B. Fließerde, Schwemmschutt). Mehr als 25 Vol.-% sind meist Grus, Kies, Steine und Blöcke. Die Rutsch- massen sind petrographisch sehr uneinheitlich zusammengesetzt. Sie sind das Ergebnis abgerutschter und deformierter Massen aus Locker- und Festgestein.

Hydrogeologie:
Die Deckschichten sind überwiegend gering durchlässig und deshalb in der Regel nicht grundwasserführend. Sie können jedoch eine große Speicherkapazität aufweisen (insbesondere Löss). Bei Überlagerung von grundwasserführenden Gesteinen bewirken sie eine verzögerte Grundwasser- neubildung. Die längere Aufenthaltzeit des Sickerwassers in der ungesättigten Zone begünstigt Abbau- und Sorptionsprozesse, wodurch die Konzentration von Schadstoffen im Sickerwasser verringert wird. Die Schutzwirkung ist u. a. abhängig von der Mächtigkeit der Grundwasserüberdeckung und deren Durchlässigkeit. Auch die erhöhte Austauschkapazität der Tonminerale in bindigen Gesteinen sowie erhöhte Gehalte an organischem Material (z. B. in Auensedimenten) fördern die Elimination von Schad- stoffen.

Insgesamt bewirken die bindigen Deckschichten eine Verzögerung und in günstigen Fällen eine Verringerung des Schadstoffeintrags in das Grundwasser.

 

Jungquartäre Flusskiese und -sande (Übersicht)

Geologie: Im HGE-Gebiet sind im Tal der Tauber und in den Tälern ihrer Nebenflüsse jungpleistozäne und holozäne Kies- und Sandvorkommen als Talablagerungen verbreitet.

Die petrographische Zusammensetzung der im Quartär fluviatil abgelagerten Talsedimente ist eng mit der Dynamik des jeweiligen Fließgewässers, der Talmorphologie und der Zusammensetzung der lokal verbreiteten Festgesteine verknüpft. Charakteristisch sind zeitlich und räumlich wechselnde Sedimen- tationsbedingungen in Abhängigkeit vom Verlauf des Stromstrichs und die daraus resultierende Inhomogenität und Anisotropie der Ablagerungen.

Im Tal der Tauber kommen in der Talfüllung einige Meter mächtige Kiesablagerungen vor. Es handelt sich überwiegend um grobe Kiese mit kiesigem Sand und wechselnden Schluff- und Steingehalten, gelegentlich auch mit organischen, stark tonigen Altarmablagerungen. Diese werden vielerorts von geringdurchlässigen tonigen Sedimenten unterlagert. Die Mächtigkeit des Quartär beträgt im Taubertal insgesamt etwa 5 - 8 m.

Die jungen Ablagerungen in den Tälern sind meist von Auensedimenten bedeckt. Unter diesem Begriff werden Auenlehm, toniger Auenlehm, Auenmergel und Auensand zusammengefasst, je nach petrographischer Zusammensetzung. Gemeinsames Merkmal aller Auensedimente ist ihre Entstehung als Hochwasserablagerung. Die ursprüngliche Feinschichtung ist meist durch starke Bioturbation weitgehend aufgelöst. Die Mächtigkeit liegt in der Regel zwischen 0,5 und 2 m.

An den Talflanken sind die Flusskiese und -sande häufig von Hangschutt überlagert, im Ausgangsbereich der Seitentäler verzahnen sie sich mit den Sedimenten der Schwemmfächer.

Hydrogeologie: Die Jungquartären Flusskiese und -sande bilden im Taubertal einen ergiebigen Porengrundwasserleiter. In den Tälern der kleineren Nebenflüsse sind die Talfüllungen demgegenüber deutlich geringer durchlässig, und eine Grundwasserführung ist an einzelne ausgewaschene Rinnen gebunden. Eine Stockwerksgliederung gibt es in den meisten Fällen nicht.

Basis der grundwasserführenden Lockergesteine sind lehmige geringdurchlässige Talsedimente oder die mesozoischen Festgesteine, je nach geologischer Situation Kluft- und Karstgrundwasserleiter (Oberer und Mittlerer Buntsandstein, Oberer Muschelkalk) oder Grundwassergeringleiter (Oberer Buntsandstein, Mittlerer Muschelkalk; vgl. Tabelle der Stratigraphie, Petrographie und Hydrogeologie
der Gesteine im Main-Tauber-Kreis
).
   
Die mittlere Durchlässigkeit der Jungquartären Flusskiese und -sande beträgt landesweit kf = 8,1 * 10
-4 m/s (n = 190), die mittlere Transmissivität T = 2,9 * 10-3 m2/s (n = 77). Die Variation der kf- und T-Werte reicht über 5 Zehnerpotenzen und ist damit vergleichsweise groß. Größere Durchlässigkeiten und Transmissivitäten sind im HGE-Gebiet in den nur gering tonhaltigen Ablagerungen der Tauber zu erwarten, kleinere in den Talsedimenten der Nebenflüsse. Wegen der stark wechselnden Zusammen- setzung der Ablagerungen ist eine beträchtliche Variation der Durchlässigkeiten anzunehmen.
   
Die Abstandsgeschwindigkeiten liegen in den Jungquartären Flusskiesen und -sanden meist zwischen
1 und 20 m/d, in Einzelfällen reichen sie bis 40 m/d.
   
Hydrologie:  Das Grundwasser wird in den Talablagerungen einerseits durch direkte Neubildung aus dem Niederschlag und andererseits durch randliche Zuflüsse aus dem umgebenden Festgestein gespeist. Letztere erfolgen bei Grundwassergeringleitern überwiegend als Oberflächenabfluss oder oberflächennah, bei Kluft- und Karst- grundwasserleitern auch als Grundwasserzustrom. Schließlich speisen auch die Fließgewässer durch Infiltration bereichsweise in die Talgrundwasserleiter ein. Ex-
und infiltrierende Bedingungen wechseln entlang der Fließstrecke in Abhängigkeit vom hydraulischen Gefälle, von den Durchlässigkeitsverhältnissen und dem Talquerschnitt, z. T. auch bedingt durch den Gewässerausbau oder künstlich erzeugt durch Grundwasserentnahmen.
   
Der Grundwasserabstrom ist generell auf das oberirdische Fließgewässer als Vorflut ausgerichtet. Steht der Talgrundwasserleiter in direktem Kontakt mit einem Festgesteinsgrundwasserleiter, ist auch eine abstromige Einspeisung in diesen möglich. In diesem Fall wirkt der Talgrundwasserleiter nur als Übereich für das Kluft- oder Karstgrundwasser.

Das Grundwasser ist im Bereich der Talauen unter dem Auenlehm überwiegend gespannt. Die Grundwasserstandsschwankungen sind bei Flurabständen von wenigen Dezimetern bis Metern gering und werden in Abhängigkeit von der Entfernung zum Vorfluter mehr oder weniger deutlich durch den Wasserstand im Fließgewässer beeinflusst. Charakteristisch sind größere kurzfristige Variationen, ein nur mäßig ausgeprägter Jahresgang und praktisch keine größeren langfristigen Schwankungen. Nur in größerer Entfernung zur Vorflut und wenn kein hydraulischer Kontakt zwischen Grundwasser und Fließgewässer besteht, ergeben sich Abweichungen von dieser generellen Gangliniencharakteristik.

 

Unterkeuper (Übersicht)

Geologie: Der Unterkeuper (Lettenkeuper-Formation) besteht aus einer Wechsel- lagerung von Dolomitsteinen (Albertibank, Anthrakonitbank, Anoplophora-, Lingula- und Grenzdolomit), z. T. dolomitischen Mergelsteinen, Schlufftonsteinen und tonigen, fein- bis mittelkörnigen Quarzsandsteinen (Hauptsandstein). Lokal sind in den Sandsteinen kleine Flöze aus inkohlten Pflanzenresten (Lettenkohle) verbreitet. Die genannten Dolomitsteinbänke verzahnen sich verschiedentlich mit Sandsteinlagen. Im basalen Profilabschnitt finden sich auch Kalksteinbänke und vereinzelt Gipslagen und -linsen.

Die Mächtigkeit des Unterkeuper betrug im HGE-Gebiet ursprünglich ca. 25 bis 35 m. Infolge Erosion ist der Unterkeuper heute in weiten Bereichen abgetragen. Die noch erhaltenen Relikte weisen häufig Restmächtigkeiten bis etwa 15 m, vereinzelt auch bis 25 m auf.

Hydrogeologie: Der Unterkeuper ist ein ausgeprägt schichtig gegliederter Kluftgrundwasserleiter in Wechsellagerung mit Grundwassergeringleitern. Die Grundwasserführung erfolgt im oberen Profilabschnitt in den Dolomitsteinbänken, im unteren Profilabschnitt auf den Sandsteinbänken (besonders bei massiger Ausbildung). Sohlschicht für die Grundwasserführung im Unterkeuper sind die basalen Tonsteine der Estherienschichten.

Im Unterkeuper liegt die Transmissivität landesweit im Mittel bei etwa T = 1 * 10-4 m
2/s. Die meist kleinen Einzugsgebiete führen zu zahlreichen Quellaustritten mit geringer Schüttung (MQ bis 0,3 l/s). Die wenigen Quellen mit größerem Einzugsgebiet weisen eine mittlere Schüttung bis etwa 3 l/s auf. Bedingt durch die oberflächennahe Lage des Grundwasserleiters unterliegt die Quellschüttung starken jahreszeitlichen Schwankungen bis hin zum Versiegen bei längerer Trockenheit.

Hydrologie: Im Bereich der z. T. lössbedeckten Hochflächen (Recharge-Gebiete) wird das Grundwasser im Unterkeuper durch flächenhafte Infiltration aus Niederschlag neugebildet. Es handelt sich um schichtgebundenes, überwiegend schwebendes Grundwasser über den Grundwasservorkommen im Oberen Muschelkalk.

Die Entwässerung erfolgt einerseits durch Absinken des Unterkeuper-Grundwassers in den Oberen Muschelkalk. Bevorzugte vertikale Wegsamkeiten sind Klüfte, Störungszonen sowie Zerrüttungszonen, entstanden durch Hochbrechen von Subrosionshohlräumen im Mittleren Muschelkalk. Andererseits gibt es im Ausstrichbereich der grundwasserleitenden Horizonte Schichtquellen. Die Quellabflüsse versickern jedoch häufig ebenfalls nach kurzer Fließstrecke wieder in den Oberen Muschelkalk.

 

Oberer Muschelkalk (Übersicht)

Geologie: Der Obere Muschelkalk ist, mit Ausnahme der Buntsandstein-Gebiete im Nordwesten, in weiten Teilen des HGE-Gebiets verbreitet. Im Südosten wird er zunehmend von Unterkeuper überlagert.

Der Obere Muschelkalk, eine Folge von Kalkstein und Tonmergelstein, bildet zusammen mit den Dolomitsteinen der Oberen Dolomit-Formation des Mittleren Muschelkalk eine hydrogeologische Einheit.
Über den sulfatgesteinshaltigen Horizonten der Salinar-Formation bzw. deren Auslaugungsrückständen folgt im Mittleren Muschelkalk die Obere Dolomit-Formation. Es handelt sich um Dolomitsteine mit unterschiedlichen Tongehalten. Im oberen Bereich sind darin Hornsteinknollen eingebettet.

Der Obere Muschelkalk setzt mit den Zwergfaunaschichten ein, einer Folge von bioturbaten Kalksteinen mit oolithischen Bänken. Zum Hangenden folgen die Haßmersheim-Schichten, die aus einer Wechselfolge von Tonmergelsteinen und Trochitenkalkbänken bestehen. Den höheren Teil des Unteren Hauptmuschelkalk und den größten Teil des Oberen Hauptmuschelkalk bilden bankige, mikritische, z. T. bioklastische Kalksteine in Wechsellagerung mit geringmächtigen Tonmergelsteinlagen. Im unteren Abschnitt des oberen Hauptmuschelkalk (Meißner Schichten) wird die Schichtenfolge nach Norden zunehmend toniger.

Die Gesteine des Oberen Muschelkalk sind in unterschiedlichem Maße verkarstet. Die Verkarstung geht von der Geländeoberfläche und von Wasserwegsamkeiten im Gebirge, insbesondere von den gutdurchlässigen Trennfugen (Großklüfte, Störungen), aus. Diese sind im Gebirge nicht gleichmäßig verteilt. Erhöhte Wasserwegsamkeiten findet man bevorzugt auf oder im Umfeld von tektonischen Störungszonen, parallel zu den Talflanken auf Klüften, entstanden infolge Talzuschub und Hangzerreißung, sowie in Gebieten, in denen es durch die Auflösung salinarer Gesteine im Mittleren Muschelkalk zu Bergsenkungen, Sackungen und Verstürzungen gekommen ist und der überlagernde Obere Muschelkalk zerrüttet ist. Hier reicht die Grundwasserführung in der Regel bis in etwa hundert Meter Tiefe.

Die Verkarstung ist weitgehend auf die Gebiete beschränkt, in denen der Obere Muschelkalk an der Geländeoberfläche ansteht oder nur geringmächtig und lückenhaft von Unterkeuper überdeckt ist. Im HGE-Gebiet konzentrieren sich Verkarstungs- phänomene besonders auf den höchsten Teil des Assamstädter Schildes sowie auf den Schrozberger Schild.

Die Mächtigkeit des Oberen Muschelkalk schwankt zwischen 70 und 90 m. Die Obere Dolomit-Formation des Mittleren Muschelkalk besitzt eine Mächtigkeit von rd. 10 bis 20 m.

Hydrogeologie: Der Obere Muschelkalk bildet zusammen mit der Oberen Dolomit-Formation des Mittleren Muschelkalk einen ergiebigen Kluft- und Karst- grundwasserleiter. Grundwasserleiterbasis sind die Salinargesteine des Mittleren Muschelkalk, die hydraulische Grenze zum Grundwasser im Unterkeuper bilden die geringdurchlässigen Estherienschichten. Im unteren Teil der Schichtenfolge wirken die mergeligen Haßmersheim-Schichten bereichsweise als geringdurchlässige Trenn- schicht, die den Oberen Muschelkalk in zwei Teilstockwerke trennen. Auch die geringmächtigen Tonmergelsteinlagen in höheren Profilabschnitten können lokal grundwasserstauend sein und begrenzt schwebende Grundwasservorkommen hervorrufen.

Die Grundwasserbewegung erfolgt im Oberen Muschelkalk ganz überwiegend auf Trennfugen (Klüfte, Schichtfugen, Störungen) und in Karsthohlräumen. Eine hohe Grundwasserführung ist an eine intensive Verkarstung gebunden. Zur Beschreibung des Grundwasserumsatzes im Oberen Muschelkalk ist als Modellvorstellung in guter Näherung die Doppelporosität geeignet, wobei einerseits Poren und Kleinklüfte, andererseits Großklüfte, tektonische Störungszonen und Karsthohlräume gemeinsam betrachtet werden .

Der Obere Muschelkalk ist durch eine ausgeprägte Inhomogenität und Anisotropie der hydrogeolo- gischen Eigenschaften gekennzeichnet. Das Repräsentative Elementarvolumen (REV) liegt in einer Größenordnung von einigen 100 bis über 1000 m (nach Markierungsversuchen).

Der geometrische Mittelwert der Transmissivität beträgt für den Oberen Muschelkalk landesweit T = 6,6 * 10
-4 m2/s bei einer Schwankungsbreite von über 6 Zehnerpotenzen. Der Stichprobenumfang der Untersuchung beträt n = 74.

In Gebieten mit sehr ergiebigem Oberen Muschelkalk liegen die Transmissivitäten meist zwischen T = 1 * 10
-1 bis T = 2 * 10-3 m2/s. Diese Werte stammen größtenteils von Brunnen in Talposition, wo der Obere Muschelkalk freigelegt und teilweise erodiert ist. Werden in Brunnen größere Karsthohlräume erschlossen, können die Transmissivitäten noch größer sein und Werte bis T = 4 * 10-1 m2/s erreichen.

Die Grundwasserfließgeschwindigkeiten ergeben sich aus den Ergebnissen von Markierungsversuchen. Über Tracereingaben in Erdfälle, Karstspalten, offene Klüfte oder Bachschwinden wurden für die Einzugsgebiete großer Karstquellen Abstandgeschwindigkeiten bis > 200 m/h gemessen bei Wiederaustritt der eingegebenen Tracermenge von > 50 %. Für 51 Markierungsversuche im Oberen Muschelkalk betrug die mediane Abstandsgeschwindigkeit 68,5 m/h.

Hydrologie: Im Bereich der z. T. lössbedeckten Hochflächen (Recharge-Gebiete) wird das Grundwasser im Oberen Muschelkalk durch flächenhafte Infiltration, in Dolinen, Erdfällen, Versinkungsstellen und Bachschwinden auch durch punktuellen Eintrag neugebildet. Bei Überlagerung durch Unterkeuper erfolgt in geringerem Umfang auch eine vertikale Zusickerung. Größere Zutrittsraten finden sich im Ausstrichbereich des Unterkeuper, wo das Unterkeuper-Grundwasser entweder diffus oder nach dem Austritt in Quellen als Oberflächenwasser in den Oberen Muschelkalk absinkt.
   
Das Grundwasser bewegt sich im Karstgrundwasserleiter des Oberen Muschelkalk in verschiedenen Speicher- und Fließsystemen:

  • In den Kleinklüften und Poren wird das Grundwasser hauptsächlich durch flächenhafte Infiltration
    von Niederschlag neugebildet. Es fließt vergleichsweise langsam im Untergrund und weist entsprechend hohe Verweilzeiten auf.
  • Die auf Großklüften, im Bereich tektonischer Störungszonen und in Karsthohlräumen schnell fließende Grundwasserkomponente wird vorwiegend durch Versinkung von Oberflächenwasser in Erdfällen und Schwinden neugebildet. Die Verweilzeit dieses Grundwassers im Untergrund ist vergleichsweise kurz.


Die beiden Hohlraumsysteme sind regional in unterschiedlichen quantitativen und strukturellen Verhältnissen kombiniert. Ausmaß und Richtung des Grundwasseraustauschs zwischen den verschiedenen Fließsystemen wird von den hydrologischen Verhältnissen gesteuert.
   
Streicht die Aquiferbasis über dem Vorfluter aus, d. h. schneidet das Tal bis in den Mittleren Muschelkalk ein (Seichter Karst), tritt das Karstgrundwasser über Schichtquellen zu Tage. Liegt die Aquiferbasis dagegen tiefer als die Vorflut (Tiefer Karst), entwässert der Obere Muschelkalk über Überlaufquellen an den Talflanken oder über diffuse Grundwasserübertritte in den Talgrundwasserleiter oder in den Vorfluter.

 

Mittlerer Muschelkalk (Übersicht)

Geologie: Der Mittlere Muschelkalk setzt sich aus einer Folge von Dolomitsteinen, z. T. dolomitischen Kalksteinen, Mergelsteinen, Tonsteinen und Sulfatgestein zusammen. Das ursprünglich vorhandene Steinsalz ist vollständig ausgelaugt.

Den obersten Teil der Schichtenfolge bildet die Obere Dolomit-Formation, gelbgraue dolomitische Kalksteine, dolomitische Mergelsteine und schiefrige Tonsteine mit eingesprengten Hornsteinen.

Sie wird unterlagert von den Gesteinen der Salinar-Formation, die aus Sulfatgestein (Anhydrit, Gips) mit Dolomitstein-, Ton- und Tonmergelsteinlagen besteht. Das Steinsalz ist vollständig, das Sulfatgestein in der Regel zumindest teilweise ausgelaugt. Die Subrosion setzt bevorzugt an der Grenzfläche zum grundwasserführenden Oberen Muschelkalk an und geht von wasserwegsamen Kluft- und Störungszonen aus. Sie ist vor allem dort weiter fortgeschritten, wo der Obere Muschelkalk nicht von Unterkeuper überdeckt ist und deshalb einen größeren Grundwasserumsatz aufweist. Nach der Auflösung der leichtlöslichen Salze bleibt ein tonig brecciöses Residualgestein mit unterschiedlichen Restgehalten von Gips in Lagen und Schlieren zurück. Als Folge der Auslaugung können sich Hohlräume bilden und es kann zum Versturz der überlagernden Schichten und zu Tagbrüchen (Erdfälle) kommen.

Den Abschluss des Mittleren Muschelkalk bildet die Geislingen-Formation, eine Wechsellagerung von gebankten, harten, bituminösen, dolomitischen Kalksteinen und dolomitischen Kalkmergelsteinen.

Die Mächtigkeit der Oberen Dolomit-Formation variiert zwischen etwa 10 bis 20 m. Die Salinar- Formation kann bis 50 m mächtig werden, im vollständig ausgelaugten Zustand beträgt die Mächtigkeit demgegenüber nur noch etwa 15 bis 30 m. Die Mächtigkeit der Geislingen-Formation liegt meist unter
10 m.

Hydrogeologie: Die Obere Dolomit-Formation bildet zusammen mit dem Oberen Muschelkalk einen ergiebigen Kluft-/Karstgrundwasserleiter. Die darunter folgende Salinar-Formation ist sowohl im nicht ausgelaugten als auch im ausgelaugten Zustand häufig ein Grundwassergeringleiter, evtl. mit einer geringen Grundwasserführung auf einzelnen Dolomitsteinbänken. Eine gewisse Grundwasserführung ist auch gelegentlich in den harten dolomitischen Kalksteinen der basalen Geislingen-Formation anzutreffen. Eine lokale, hydrogeologisch bedeutsame Sonderstellung nimmt das in einer tektonischen Mulde gelegene Gebiet zwischen Grünsfeld, Ilmspan und Großrinderfeld ein, wo der Salinar-Formation ein mächtigerer Dolomitsteinkomplex, der 3 bis 9 m mächtige Zwischendolomit, eingeschaltet ist. Durch die noch aktive Auslaugung sind die Dolomitsteine stark geklüftet, teilweise zerbrochen und zu gut durch- lässigen Karstgerinnen mit bedeutsamer Grundwasserführung bis hinab in die Geislingen-Formation aufgeweitet.

Hydrologie: Die Quellen, die in den bis in den Mittleren Muschelkalk eingetieften Tälern entspringen, können Schüttungen von einigen l/s erreichen. Quellhorizont ist meistens die Geislingen-Formation. Eine Ausnahme bilden die Quellaufbrüche im Zwischendolomit und der Geislingen-Formation im Grünbachtal zwischen Grüns- feldhausen und Grünsfeld mit einer mittleren Schüttung von zusammen etwa 220 l/s.

 

Unterer Muschelkalk (Übersicht)

Geologie: Der Untere Muschelkalk besteht aus einer Folge von meist flaserigen mikritischen Kalksteinen (Wellenkalk), vereinzelten porösen, bioklastischen Kalksteinen (Schaumkalkbänke) sowie Mergelstein und Dolomitstein.

Die Verkarstung des Unteren Muschelkalk ist verglichen mit der des Oberen Muschelkalk meist deutlich weniger ausgeprägt und auf die Kalksteine in der Schichtenfolge beschränkt. Sie geht von der Gelände- oberfläche und von Wasser- wegsamkeiten im Gebirge, insbesondere von den hoch durchlässigen Trennfugen (Großklüfte, Störungen), aus. Die Verkarstung ist weitgehend auf die Gebiete beschränkt, in denen der Untere Muschelkalk an der Geländeoberfläche ansteht oder nur geringmächtig und lückenhaft überdeckt ist.

Überlagert wird der Untere Muschelkalk von der Geislingen-Formation des Mittleren Muschelkalk, im Liegenden schließt sich die Rötton-Formation des Oberen Buntsandstein an.   

Die Mächtigkeit des Unteren Muschelkalk erreicht im HGE-Gebiet rd. 90 m.

Hydrogeologie: Der Untere Muschelkalk bildet einen schichtig gegliederten, stellenweise verkarsteten Kluftgrundwasserleiter mit überwiegend geringer, bei Verkarstung mäßiger bis mittlerer Grundwasser- führung, die bevorzugt in den Schaumkalkbänken auftritt. Erhöhte Wasserwegsamkeiten findet man außerdem im Bereich von tektonischen Störungszonen und auf Kluftzonen, die parallel zu den Talflanken durch Talzuschub und Hangzerreißung entstanden sind.
Die Grundwasserleiterbasis bilden die Tonsteine der Rötton-Formation, die Grundwasserdeckfläche die Mergelsteine und das Salinar des Mittleren Muschelkalk.

Der Untere Muschelkalk ist wie der Obere Muschelkalk durch eine deutliche Inhomogenität und Anisotropie der hydrogeologischen Eigenschaften gekennzeichnet, die jedoch aufgrund der geringeren Verkarstung weniger ausgeprägt sind.

Der geometrischer Mittelwert der Transmissivität wurde für den Unteren Muschelkalk landesweit zu T = 5,6 * 10-5 m2/s bestimmt. Eine Häufung der Werte ist zwischen T = 1 * 10-3 und 1 * 10-5 m2/s bei einer Schwankungsbreite von mehr als 6 Zehnerpotenzen zu erkennen. Der Stichprobenumfang der Untersuchung beträt n = 36.

Hydrologie: Im Ausstrichbereich erfolgt die Grundwasserneubildung überwiegend durch flächenhafte Infiltration aus Niederschlag, bei Überlagerung durch jüngere Festgesteine in geringem Umfang durch vertikale Zusickerung.
   
Streicht die Aquiferbasis über dem Vorflutniveau aus, d. h. schneidet das Tal bis in den Buntsandstein ein, tritt das Grundwasser des Unteren Muschelkalk über Schichtquellen zu Tage. Liegt die Aquiferbasis dagegen tiefer als die Vorflut, entwässert der Untere Muschelkalk über Überlaufquellen an den Talflanken oder über diffuse Grundwasserübertritte in den Talgrundwasserleiter oder in den Vorfluter. Größere Quellen, meist an größere Störungen gebunden, besitzen Schüttungen zwischen 10 und etwa 20 l/s, kleinere Quellen dagegen nur wenige l/s, z. T. < 1 l/s.



Oberer Buntsandstein (Übersicht)

Geologie: Der Obere Buntsandstein ist im Nordwesten des HGE-Gebiets im Bereich der Hochflächen zwischen den Tälern der Tauber und ihrer Nebenflüsse als Überlagerung des Mittleren Buntsandsteins verbreitet, während in den Tälern der Mittlere Buntsandstein aufgeschlossen ist. Weiter im Süden ist der Obere Buntsand- stein von Muschelkalk und Keuper bedeckt.
   
Oberer Teil des Oberen Buntsandstein ist die rd. 30 m mächtige Rötton-Formation. Sie besteht überwiegend aus Mergelstein, der zum Liegenden zunehmen kalkärmer wird und in Tonstein übergeht. Eingelagert sind geringmächtige Quarzitbänkchen. In Form von Nestern findet sich lokal Fasergips.
   
Mit dem Rötquarzit beginnt die etwa 50 m mächtige Plattensandstein-Formation, der untere Teil des Oberen Buntsandstein. Der Rötquarzit ist ein 5 bis 10 m mächtiger, fein- bis mittelkörniger, kieselig gebundener, harter Sandstein. Darunter folgen in Wechsellagerung plattiger Mergelstein und Tonstein. Die untersten 30 m bilden mürbe Sandsteine mit tonigem Bindemittel und eingeschalteten geringmächtigen Tonsteinlagen.
   
Hydrogeologie: Die Rötton-Formation des Oberen Buntsandstein bildet einen Grundwassergeringleiter, der die Grundwasservorkommen im Unteren Muschelkalk und Buntsandstein hydraulisch trennt. Im Plattensandstein ist der Rötquarzit ein weitgehend eigenständiger Kluftgrundwasserleiter, für den Ton- und Mergelsteinlagen die Grundwasserleiterbasis bilden. Die Sandsteine im unteren Teil des Platten sandstein sind demgegenüber dem Kluftgrundwasserleiter des Mittleren und Unteren Buntsandstein zuzurechnen.
   
Hydrologie: Die Grundwasserneubildung erfolgt im Ausstrichbereich durch flächenhafte Infiltration aus Niederschlag. Das Wasser sammelt sich im Rötquarzit und bildet dort ein schwebendes Grundwasser- stockwerk. Die Entwässerung dieses Vorkommens erfolgt im Bereich der Taleinschnitte über Schicht- quellen.
   
Nach Süden nehmen mit zunehmender Überdeckung durch jüngere Gesteine Klüftigkeit und Kluftweiten im Rötquarzit schnell ab und die Wasserwegsamkeit geht entsprechend zurück.

 

 

Mittlerer und Unterer Buntsandstein (Übersicht)

Geologie: Mittlerer und Unterer Buntsandstein sind im gesamten HGE-Gebiet verbreitet. Im Nordwesten steht der Mittlere Buntsandstein an, im Südosten ist er von Muschelkalk und Keuper überlagert.

Mittlerer und Unterer Buntsandstein bestehen aus einer Folge von überwiegend dickbankigen, z. T. glimmerführenden, meist mittel- bis feinkörnigen Sandsteinen mit einzelnen grobkörnigen bis konglomeratischen Lagen. Das Bindemittel der Sandsteine ist tonig oder kieselig, selten karbonatisch.

Der hydrogeologisch zum Mittleren und Unteren Buntsandstein gehörige untere Abschnitt der Platten- sandstein-Formation wird aus plattigen Fein- und Mittelsandsteinen mit einzelnen quarzitischen Feinsandsteinen aufgebaut. Er enthält fossile Bodenhorizonte (violette Horizonte) und z. T. karneol- dolomitische Bildungen.

Mittlerer und Unterer Buntsandstein erreichen im HGE-Gebiet eine Mächtigkeit von 450 bis 500 m, der Plattensandstein i.e.S. maximal rund 35 m.

Hydrogeologie: Mittlerer und Unterer Buntsandstein bilden zusammen mit den Gesteinen des unteren Abschnitts der Plattensandstein-Formation einen bereichsweise ergiebigen Kluftgrundwasserleiter.
Vom Unteren Muschelkalk ist der Mittlere und Untere Buntsandstein hydraulisch durch die geringdurch- lässigen Tonsteine der Rötton-Formation getrennt. Vom Rötquarzit trennt ihn eine mächtigere, gering- durchlässige Ton-Mergelstein-Serie. Grundwasserleiterbasis sind die Gesteine des Zechstein und Rotliegenden.

Die Grundwasserbewegung erfolgt im Mittleren und Unteren Buntsandstein ganz überwiegend auf Trennfugen (Klüfte, Schichtfugen, Störungen). Erhöhte Kluftöffnung und damit eine verstärkte Wasser- wegsamkeit tritt generell in der oberflächennahen Auflockerungszone bis in eine Tiefe von rd. 10 bis 40 m auf. In Hangbereichen und unter Tälern können die Kluftweiten der harten Gesteine zusätzlich zur oberflächennahen Entspannung durch pleistozäne Frostsprengung vergrößert sein. Zonen erhöhter Klüftigkeit und Kluftaufweitung entstehen weiterhin an den Talflanken durch Talzuschub und Hang- zerreißung sowie entlang tektonischer Störungen und in deren Umfeld. Weiter im Süden nimmt die Durchlässigkeit im Buntsandstein mit zunehmender Tiefenlage und Überdeckungsmächtigkeit ab.

Zur Beschreibung des Grundwasserumsatzes im Mittleren und Unteren Buntsandstein ist als Modellvorstellung in guter Näherung die Doppelporosität geeignet, wobei einerseits Poren und Kleinklüfte, andererseits Großklüfte und tektonische Störungs- zone gemeinsam betrachtet werden.

Mittlerer und Unterer Buntsandstein sind durch Inhomogenität und Anisotropie der hydrogeologischen Eigenschaften gekennzeichnet. Das Repräsentative Elementarvolumen (REV) liegt in einer Größenordnung von einigen 10 bis über 100 m.
   
Der geometrische Mittelwert der Transmissivität beträgt für den Mittleren und Unteren Buntsandstein nach einer landesweiten Untersuchung T = 4,1 * 10
-4 m2/s mit einer Schwankungsbreite von über 5 Zehnerpotenzen. Der Stichprobenumfang der Untersuchung beträt n = 77. Als hochergiebig haben sich insbesondere Talabschnitte im Zentrum von tektonischen Mulden (z.B. das Aalbachtal bei Wertheim- Dertingen und das Taubertal NO Külsheim) sowie tektonisch stark beanspruchte Gebiete erwiesen.

Die Grundwasserfließgeschwindigkeiten ergeben sich im Mittleren und Unteren Buntsandstein aus den Ergebnissen von Markierungsversuchen. Bei Tracereingabe in offene Klüfte wurden für die Einzugs- gebiete großer Quellen Abstandsgeschwindigkeiten bis 70 m/h gemessen bei Wiederaustritt der eingegebenen Tracermenge von etwa 50 %.

Hydrologie: Im Bereich der teilweise lössbedeckten Hochflächen (Recharge-Gebiete) wird das Grundwasser überwiegend über flächenhafte Infiltration aus Niederschlag, bei Überlagerung durch jüngere Festgesteine in geringem Umfang durch vertikale Zusickerung neugebildet.
   
Der Grundwasserumsatz erfolgt im Kluftgrundwasserleiter des Mittleren und Unteren Buntsandstein in verschiedenen Speicher- und Fließsystemen:

  • In den Kleinklüften und Poren fließt das Grundwasser vergleichsweise langsam und weist entsprechend hohe Verweilzeiten auf.
  • Die auf Großklüften und tektonischen Störungszonen schnell fließende Grundwasserkomponente besitzt demgegenüber nur vergleichsweise kurze Verweilzeiten.

Die beiden Hohlraumsysteme sind regional in unterschiedlichen quantitativen und strukturellen Verhältnissen kombiniert. Ausmaß und Richtung des Grundwasseraustauschs zwischen den verschiedenen Fließsystemen wird von den hydrologischen Verhältnissen gesteuert.
   
Im HGE-Gebiet liegt die Aquiferbasis in der Regel tiefer als die Vorflut und der Buntsandsteingrund- wasserleiter entwässert über Überlaufquellen an den Talflanken, über diffuse Grundwasserübertritte in den Talgrundwasserleiter oder direkt in den Vorfluter. Bei günstigen tektonischen Verhältnissen können die Quellschüttungen bisweilen 10 bis 50 l/s erreichen bzw. kann im Einzelfall durch Brunnen ein Dar- gebot von ca. 90 l/s genutzt werden.

Die tiefen Grundwässer im überdeckten Buntsandstein sind im Gebiet von Bad Mergentheim und in Schweigern durch Bohrungen erkundet. Ohne Verdünnung durch oberflächennahes Grundwasser handelt es sich um hochkonzentrierte Mineralwässer und Solen. Innerhalb des Buntsandstein zeigt sich mit zunehmender Erschließungstiefe eine Zunahme der Wassertemperatur und des Kohlensäuregehalts, wohingegen sich der Gehalt an gelösten Substanzen nicht systematisch und der chemische Charakter des Grundwassers nur wenig ändern. Dass die hoch konzentrierten Grundwässer vergleichsweise oberflächennah unter den Röttonen anzutreffen sind, kann als ein Hinweis auf eine aufsteigende Grund- wasserbewegung interpretiert werden. Die zugehörigen Recharge-Gebiete liegen z. B. für Bad Mergentheim tauberaufwärts, wo die hangenden Schichten besonders an Störungen Wasser an die tiefen Aquifere abgeben. Die Zuflussrate dürfte weniger als 0,1 l/s * km2 betragen.

 

 

Paläozoikum, Kristallin (Übersicht)

Geologie: Das Paläozoikum ist im HGE-Gebiet nur durch tiefe Bohrungen erkundet. Die Angaben stützen sich auf die Schichtenverzeichnisse zur Tiefbohrung Paulsquelle in Bad Mergentheim und zu den Tiefbohrungen Boxberg und Ingelfingen (Hohen- lohekreis).

Der Zechstein besteht danach aus 75 bis 100 m Tonstein mit eingeschalteten Dolomit- und Sandstein- bänken, das Rotliegende aus ca. 290 m Mittel- und Grobsandstein mit Tonsteineinschaltungen. Darunter folgt mindestens 90 m schwach metamorphes Unterkarbon oder Devon, eine Folge von Tonschiefern und Kalksteinen. In der Tiefbohrung Boxberg wurden unter 117 m mächtigem Rotliegendem Tonschiefer und Quarzitschiefer des Ordoviziums mit einer Mindestmächtigkeit von 48 m erbohrt. Das kristalline Grund- gebirge wurde in keiner der drei Tiefbohrungen erreicht.

Hydrogeologie: Paläozoikum und Kristallin sind Grundwassergeringleiter mit einer geringen Mineralwasserführung auf tiefreichenden Klüften und Störungen, in den permischen Sedimenten auch
auf Dolomit- und Sandsteinbänken.

Hydrologie: Das Grundwasser in den paläozoischen Gesteinen ist hoch mineralisiert und thermal. Durch die Mineralwasserfassung Paulsquelle in Bad Mergentheim sind neben Zutritten im Buntsandstein auch Grundwasserzutritte im Zechstein und Rotliegenden gefasst. Das erschlossene Grundwasser ist vom Typ eisenhaltiger Sol-Säuerling mit einem Gehalt an gelösten Bestandteilen von 69 587 mg/l und einer Konzentration von freier Kohlensäure von 1 540 mg/l.



Formale Beschreibung der Datensätze (Seitenanfang)

Thema:  Verbreitung_<Bezugsfläche>.shp (Übersicht)

Attribute der Flächen
Nummer Nummer des Flächentyps:
1 = Fläche vorhanden
0 = Fläche nicht vorhanden



Thema:  Isolinien_<Bezugsfläche>.shp (Übersicht)

Attribute der Linien
Wert Höhe in m NN
Nummer Nummer des Linientyps:
500 = Isolinie 50 m Äquidistanz
502 = Isolinie 10 m
Äquidistanz



Thema:  Belegpunkte.shp (
Übersicht)

Attribute der Belegpunkte
Arfach Archivfach des LGRB
Tk25 TK25-Blattnummer
Arnum LGRB-Archivnummer
Tk25arnum Identifikationsnummer der Bohrung aus der Kombination von TK25 und ARNUM
Aname Bezeichnung der Bohrung
Rechts Rechtswert
Hoch Hochwert
Höhe Ansatzhöhe in m über NN 
Et Endteufe
Zu_bkm Zu-Feld zur Basis der Einheit Mittelkeuper                    

=          Grenze erbohrt oder aufgeschlossen
<          Grenze tiefer als Endteufe der Bohrung erwartet
"leer" keine Aussage zur Grenze möglich

q_bkm Qualitätsfeld zur Basis der Einheit "km"

1          Wert sicher
2         Wert unsicher

bkm Basis der Einheit "km" in m unter Ansatzhöhe
. . . entsprechend für alle anderen Bezugsflächen, Übersicht über Kürzel siehe folgende Tabelle
LfU_nr LfU-Identifikationsnummer (nur teilweise vorhanden)

Übersicht der Kürzel für die einzelnen Bezugsflächen:

km Mittelkeuper
ku Unterkeuper
mo Oberer Muschelkalk
mm Mittlerer Muschelkalk
mu Unterer Muschelkalk
so Oberer Buntsandstein
sm Mittlerer Buntsandstein


Thema:  Hilfspunkte_<Bezugsfläche>.shp (Übersicht)

Attribute der Hilfspunkte (Schnittpunkt des Ausbisses einer Schicht mit den Höhenlinien)
Wert Höhe in m NN
Bemerk Bemerkungen