Eine dreidimensionale Modellierung des Untergrunds
erfordert Schichtlagerungskarten für die hydrogeologisch relevanten Grenzflächen
(Aquiferbasis, Aquiferdeckfläche). Im Rahmen der vorliegenden Bearbeitung wurden die
Grenzflächen Unterkeuper/Oberer Muschelkalk (ku/mo), Oberer Muschelkalk/ Mittlerer
Muschelkalk (mo/mm) und Unterer Muschelkalk/Oberer Buntsandstein (mu/so) modelliert.
Weitere Grenzflächen können über die Mächtigkeit durch Differenzenbildung von diesen
abgeleitet werden. Die Schichtlagerung (vgl. Schichtlagerungskarten)
ist im süddeutschen Schichtstufenland generell durch das Einfallen der mesozoischen
Schichten nach Süden bis Südosten geprägt, Folge einer Kipp- bewegung im Tertiär im
Zusammenhang mit der Entstehung der Alpen. Aufgrund dieser Situation findet man im
Bearbeitungsgebiet von Nordwesten nach Südosten zunehmend jüngere Gesteine an der
Geländeober- fläche. Im Nordwesten und im Taubertal ist der Obere Buntsandstein, im
äußersten Nordwesten der Mittlere Buntsandstein aufgeschlossen. Vor allem östlich der
unteren Tauber sind die Hochflächen noch inselartig von Unterem Muschelkalk bedeckt. Die
Buntsandsteinverbreitung reicht nach Süden etwa bis Werbach. Südlich davon ist in weiten
Bereichen der Obere Muschelkalk an der Gelände- oberfläche anzutreffen. Mittlerer und
Unterer Muschelkalk sind im Übergangsbereich zum Buntsand- steinverbreitungsgebiet und in
den Tälern der Tauber und ihrer Nebenflüsse aufgeschlossen. Auf den Hochflächen wird
der Obere Muschelkalk inselartig, im Süden mit zunehmender Verbreitung von Unterkeuper
überlagert. Hydrogeologisch
sind die Störungszonen von großer Bedeutung, da in ihrem Umfeld als Folge der
Gesteinsauflockerung häufig größere Wasserwegsamkeiten entstanden sind, die solche
Standorte für die Anlage von Brunnen auszeichnen. Weiterhin können durch die Verstellung
der Schollen unterschied- liche Grundwasserleiter miteinander kurzgeschlossen werden oder
durch Grundwassergeringleiter begrenzt sein. Wasserwirtschaftlich bedeutsam sind ferner
Schichtlagerungsmulden, insbesondere wenn sie durch einen Vorfluter angeschnitten sind (z.
B. Aalbachtal bei Wertheim-Dertingen, Taubertal nordöstlich Külsheim, Grünbachtal bei
Grünsfeldhausen). Zusätzlich
zum generellen Schichteinfallen und zur Bruchtektonik modifizieren noch
Auslaugungsvorgänge im Mittleren Muschelkalk die Lagerungsverhältnisse im HGE-Gebiet.
Die Auslaugung der leichtlöslichen Sulfatgesteine ist besonders weit in den
Ausstrichgebieten fortgeschritten, so z. B. in den Tälern. Die Auslaugung nimmt
andererseits schnell ab, wenn die Grundwasserzirkulation im Oberen Muschelkalk infolge
Überlagerung mit geringdurchlässigem Unterkeuper eingeschränkt ist. Mit der Auslaugung
verbunden ist eine erhebliche Reduktion der Schichtmächtigkeit des Mittleren Muschelkalk,
die häufig lokal ein Einfallen der hangenden Gesteinsschichten zu den Talrändern hin
bewirkt.
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